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Immer noch
bestehende Vorurteile und seit langem festgefahrene, aber falsche
Meinungen
Leider
besteht - auch unter Katzenfreunden- teilweise immer noch eine große
Unwissenheit,
was die Kastration betrifft. Nachfolgend gehen wir auf die hartnäckigsten
Vorurteile ein, beantworten die häufigsten Fragen zur Kastration
von Katzen und versuchen Unklarheiten zu beseitigen
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Weibliche
Katzen werden sterilisiert, männliche kastriert,oder?
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Nein!
Der heute übliche Eingriff zur Unfruchtbarmachung von Katzen
ist die Kastration - sowohl bei weiblichen als auch bei
männlichen Katzen.
Unter Kastration versteht man beim Kater das Entfernen der
Hoden, bei der Kätzin das Entfernen der Eierstöcke. Manchmal
wird auch die Gebärmutter mit entfernt.
Unter Sterilisation versteht man die Durchtrennung oder
Unterbindung der Samenstränge beim Kater bzw. der Eileiter
bei der Kätzin. Hierdurch würden die Katzen zwar unfähig,
Nachkommen zu zeugen, alle anderen Nachteile unkastrierter
Katzen bleiben aber bestehen. D.h. Kater markieren weiterhin,
sie streunen und fechten Revierkämpfe aus. Kätzinnen werden
ständig rollig und das Risiko von Gebärmuttervereiterungen
ist weiterhin gegeben. Aus diesen Gründen führen Tierärzte
heute bei Katzen beiderlei Geschlechts die Kastration durch.
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Kastration
ist wider die Natur
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Das
ist richtig!
Aber wenn die Konsequenzen dieser Natürlichkeit
bedeuten, dass Hunderttausende von Katzen ertränkt,
erschlagen, erschossen, überfahren, vergiftet oder zu
Rheumadecken verarbeitet werden, dann ist es ein Gebot der
Menschlichkeit in diese natürliche Vermehrung einzugreifen.
Abgesehen
davon, ist die Katze nun einmal kein Wildtier mehr. Der Mensch
hat sie domestiziert und ist damit auch für ihr Wohlergehen
verantwortlich.
Man nimmt den Tieren auch nicht die Lebensfreude, denn das
Sexualverhalten von Katzen ist auf die erfolgreiche
Fortpflanzung, also auf die Arterhaltung ausgerichtet und hat
keine emotionale Komponente, wie wir es vielleicht manchmal
aus unserer menschlichen Sichtweise interpretieren.
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Jede
Katze sollte mindestens einmal im Leben Junge bekommen
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Diese
Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage.
Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Katzen, die
einmal Nachwuchs hatten, gesünder sind, als solche, die keine
Jungen hatten. Im Gegenteil, das Risiko vieler Krankheiten
wird durch die Kastration sogar vermieden oder eingeschränkt
(Gebärmuttervereiterungen, Zystenbildung
etc.). Es ist auch
sicher, dass eine kastrierte Katze keine Komplexe
bekommt, wenn sie nie Junge hatte.
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Unsere
Kinder sollen einmal kleine Katzen aufwachsen sehen
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Das
können sie!
Tausendfach werden tragende Katzen oder Katzenmütter mit
ihren Babies ausgesetzt. Die Tierheime und
Tierschutzorganisationen suchen dann immer Pflegestellen.
Fragen Sie nach. Man wird Ihr Angebot, eine Katzenmutter mit sämtlichen
Jungtieren für einen begrenzten Zeitraum aufzunehmen, gerne
akzeptieren.
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Unsere
Kätzchen sind wir über eine Zeitungsanzeige doch immer
losgeworden
!!!
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Losgeworden
sind Sie sie!
Aber wissen Sie sie auch in guten Händen? Es gibt tatsächlich
Banden, die sich auf Anzeigen wie "Kätzchen zu
verschenken" spezialisiert haben und ihnen nicht wie
versprochen ein gutes Zuhause bieten, sondern sie an dubiose
Versuchslabore oder an Reptilienbesitzer als Lebendfutter weiterverkaufen.
Selbst wenn Sie für Ihre Jungkatzen ein schönes neues Heim
finden, so nehmen Sie dadurch wieder den vielen ungewollt
geborenen Kätzchen ihre Plätze weg.
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Mein
Kater wird nicht kastriert, der soll
seinen
Spaß haben
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Bitte
bedenken Sie, dass Ihr Kater wesentlich zu diesem Katzenelend
beiträgt.
Denn zur Zeugung von Nachwuchs gehören bekanntlich immer
zwei. Da die Besitzer von Katern sich nicht um den Nachwuchs kümmern
müssen, wird die vorgenannte Argumentation vermutlich wenig
Anklang finden. Was aber auch Halter männlicher Katzen
interessieren wird, ist folgendes: Unkastrierte Kater streunen
oft tagelang und entfernen sich auf ihrer Suche nach rolligen
Weibchen kilometerweit von ihrem Zuhause.
Sie sind in erbitterte Raufereien verwickelt und können
dabei schwere Verletzungen erleiden. Häufig sind Abszesse als
Folge von Bissverletzungen. Häufig fallen streunende Kater
dem Autoverkehr zum Opfer oder werden von Jägern erschossen,
weil sie sich zu weit vom Ort entfernen. Kastrierte Kater
dagegen bleiben näher am Haus, verteidigen nur ihr Revier
gegen Eindringlinge, dringen aber selbst nicht in die Reviere
ihrer Nachbarn ein. Außerdem hören sie auf, ihre
"Duftnoten" in der Wohnung zu setzen. Der Urin
verliert seinen scharfen, unangenehmen Geruch. Kastrierte
Kater sind friedlicher und anschmiegsamer.
Und
hier noch ein wichtiger Hinweis!
Der Fortpflanzungstrieb Ihres geschlechtsreifen Katers ist
ausschliesslich auf die Fortpflanzung, also auf die
Arterhaltung, ausgerichtet und bedeutet durch den hormonellen
Einfluss permanenten Stress für Ihr Tier, den Sie durch eine
Kastration vermeiden helfen können.
Übrigens:
Kastrierte Kater und Kätzinnen haben nachweislich eine längere
Lebensdauer als ihre unkastrierten Artgenossen!
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Meine
Katze lebt nur in der Wohnung, die braucht nicht kastriert zu
werden
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Der
Fortpflanzungstrieb der unkastrierten Katzen und Kater zwingt
die Tiere ständig, insbesondere während der
Paarungsperiode, auf der Suche nach einem Kater oder
nach einem Weibchen zu sein. Und zwar nicht aus Spaß am Zeugungsakt, sondern aus dem
Verlangen heraus, die Art zu erhalten ! Da dieser Trieb bei
Wohnungskatzen nicht befriedigt werden kann, führt er zu
einer oft lebenslangen Frustration. Häufig werden Katzen und
Kater neurotisch.
Unkastrierte Kater verteilen ihren äußerst streng und
unangenehm riechenden Urin in der ganzen Wohnung (hier hilft
kein Schimpfen). Auch Weibchen werden oft unsauber. Die
Rolligkeiten folgen oft rasch aufeinander, was teilweise durch
Launigkeit und lautes Geschrei begleitet wird. Das
Hauptargument für eine Kastration bei Kätzinnen
aber ist, dass das Risiko einer Gebärmutterentzündung
und der Zystenbildung erheblich herabgesetzt wird.
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Werden
Katzen nach der Kastration nicht dick?
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Etwa
zehn Prozent aller Katzen und Kater nehmen nach der
Kastration an Gewicht zu. Wenn Sie bei der Ernährung des
Tieres darauf achten, lässt sich dieses Problem jedoch
schnell wieder in den Griff bekommen.
Beim Tierarzt oder in guten Zoofachgeschäften gibt es
Ernährungstabellen für Katzen. die nach Alter, Rasse und
Geschlecht den Nahrungsbedarf auflisten.
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Zum
Schluss noch ein Tipp:
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Jeder
niedergelassene Tierarzt, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, auch
die Tierkliniken, nehmen jederzeit
nach vorheriger Anmeldung (die Katze muß wegen des medizinischen
Eingriffs nüchtern sein) eine Kastration vor. Einen Kater kann man
normalerweise nach einer Stunde wieder mit nach Hause nehmen und ihn
dort aus der Narkose erwachen lassen. Bei einer Kätzin kann es ein
wenig länger dauern.
Vereinbaren
Sie mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens einen Termin. Er wird Ihnen auch
die voraussichtlichen Kosten benennen. Auf
jeden Fall ein Einsatz, der sich auch für Ihre Katze/Kater, nicht nur
im Hinblick auf die unerwünschte Katzenpopulation, lohnt.
Bei
dieser Gelegenheit sollten Sie Ihrem Tier gleich einen
Mikrochip einsetzen lassen mit dem es
zuverlässig wiedergefunden werden kann, wenn es
entlaufen ist oder vermisst wird. Die Registrierung im
Suchregister erfolgt kostenlos.
© Bund der Katzenfreunde e.V.,München
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Katzenregister
Katzenvermittlung
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